Reisen mit Diabetes

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Reisen mit Diabetes

Die Sommerferien beginnen diese Woche in Berlin. Die Koffer werden bei vielen von uns gepackt und die Vorfreude ist groß. Was sollten wir als Diabetiker*innen aber beim Reisen beachten? Wir haben eine kleine Checkliste zusammengestellt:

 

Wichtig ist der Arztbesuch vor der Reise:

  • Insulinvorrat checken und auffüllen
  • Vorrat der notwendigen Medikamente checken und auffüllen
  • sämtliche Materialien zur Selbstkontrolle checken und auffüllen
  • Glukagonspritze oder anderweitige Traubenzuckervorräte bedenken
  • Mehrsprachigen Diabetikerausweis bei uns beim Diabetiker Bund Berlin abholen oder beim Arzt ansprechen
  • Zeitverschiebungen mit dem Arzt besprechen
  • Impfungen rechtzeitig besprechen und anmelden
  • Ersatzpens für evtl. Pumpenversagen oder für einen Defekt bei den üblichen Pens. (Viele Pumpenhersteller bieten Leih- oder Mietpumpen an. Man kann sich darüber z.B. auf den Webseiten informieren!)
  • Reiseapotheke mit dem Arzt besprechen
  • „Ärztliche Bescheinigung für Flugreisen und Grenzkontrollen“ vom Arzt ausfüllen, unterschreiben und abstempeln lassen. (Hier finden Sie eine von uns vorbereitete Ärztliche Bescheinigung für Flugreisen und Grenzkontrollen zum Download).

 

Was gehört ins Handgepäck:

  • Insulin (evtl. Kühlakkus)
  • blutzuckersenkende Medikamente
  • Traubenzucker
  • Spritzen/ Pens/Ersatznadeln/ Ersatzzubehör für die Pumpe, Batterien
  • Teststreifen für Blutzuckertest, evtl. auch für Ketontests
  • Messgerät und evtl. Ersatzbatterien sowie Lanzetten/Stechhilfe
  • Zubehör für den Sensor
  • evtl. Glukagon (auch in Kühlakkus)
  • Ärztliche Bescheinigung für Flugreisen und Grenzkontrollen (siehe oben)
  • Krankenkassenkarte und evtl. Reisekrankenversicherungskarte, die evtl. diabetische Notfälle einschließt
  • Wörterbuch
  • Tabletten gegen Reisekrankheiten

 

Was gehört ins Hauptgepäck:
Vieles was im Handgepäck schon vorhanden ist, gehört in erhöhter Stückzahl natürlich auch ins Hauptgepäck!

  • Vorräte an Insulin und/ oderblutzuckersenkende Medikamente
  • Insulin in versch. Vorratsformen- und/oder Größe z. B. als Insulinfläschchen oder Insulinpatrone
  • Spritzutensilien versch. Art: Pumpe/ Pens/ Spritzen. Es kann immer mal etwas defekt sein
  • Teststreifen versch. Testziele (Höhe des BZ, Ketone, Harnzucker) mehr als üblicher Weise berechnet
  • Traubenzucker bzw. schnellwirksame Kohlehydrate
  • oft sehr hilfreich: Kohlehydrat-Austauschtabelle
  • Reiseapotheke, Desinfektionsmittel, Pflaster
  • Sonnenschutzcreme
  • gutes, bequemes Schuhwerk, Wundheilsalbe

 

Flugreisen (insbesondere Flüge in die USA):

Für Flüge in die USA sind verschlossene Originalverpackungen für das Insulin und sonstigen Therapiebedarf vorgeschrieben. Ihr Insulin und alles, was Sie für Ihre Diabetestherapie benötigen, sollten Sie sicherheitshalber im Handgepäck bei sich führen.

Falls Diätmahlzeiten bei Flügen gewünscht sind, müssen diese vorher bei der Fluggesellschaft bestellt werden.

Für die Insulintherapie die Zeitverschiebung berechnen.

Wenn Insulin, Traubenzucker (flüssig) und Selbstkontrollmaterial ins Handgepäck kommen, ist es ratsam vorher mit der Fluggesellschaft zu sprechen!

 

Reisen mit dem Auto:

  • Blutzucker-Messung vor jeder Fahrt und im Zweistundentakt
  • bei Unterzuckerungsverdacht gar nicht erst losfahren bzw. sofort anhalten
  • schnellverdauliche Kohlenhydrate in ausreichender Menge griffbereit vorrätig haben (evtl. bei Stau und Hypoglykämie)
  • defensive Fahrweise
  • zweistündige Fahrtunterbrechungen
  • Nachtfahrten vermeiden
  • Diabetiker-Ausweis mitführen
  • Begleitperson sollte sich mit Hypoglykämien auskennen
  • rechtzeitiger Alkoholverzicht (Alkohol lässt den Blutzucker sinken)
  • Bei Unsicherheit mit dem Sehen, vor Reisebeginn einen Sehtest beim Augenarzt

 

Urlaub, Strand und Sonnenbaden und Essengehen

  • barfußgehen am Besten vermeiden => Verletzungsgefahr
  • regelmäßige Fußkontrolle
  • Achtung: Insulinfreisetzung kann durch Wärme und Sonne beschleunigt werden (auch bei der Sauna)
  • Insulin vor Hitze schützen (spez. Taschen mit Kühleffekt)
  • BE oder Traubenzucker oder flüssige Kohlehydrate wie Cola in die Strandtasche oder in den Rucksack
  • Essen in Restaurants: in gewohnter Menge und zu gewohnten Zeiten. (Ausnahme bei ICT oder Insulinpumpe, dort sind Verschiebungen möglich)
  • Speisen wählen, deren KH-Gehalt gut einschätzbar ist
  • Insulinabgabe erst dann, wenn Essen auf dem Tisch steht
  • Vorsicht bei Alkohol

 

Feste, Feiern und weitere schöne Unterhaltungen:

  • Verschiebung der Mahlzeiten berechnen
  • Extra-BEs in der Tasche, falls es mit dem Essen länger dauert
  • Bewegung, evtl. Tanz usw. mitberechnen
  • Alkohol wirkt manchmal unberechenbar, zuerst droht ein Blutzuckeranstieg, dann senkt er den BZ
  • unbekanntes Essen kalkulieren, z.B.:
    Pizza: 5-7 BE
    Kartoffelchips: 25 g: 1 BE, d. h. eine Tüte entspricht ca. 10 BE
    Salzstangen: 15 g: 1 BE, d. h. 1 Tüte ca. 13-16 BE
    Kräcker: 15 g: 1 BE, d. h. 1 Tüte ca. 10 BE
    1 Schale Obstsalat: ca. 2 BE oder mehr, je nach Obst

Als Diabetiker*in kann man gut verreisen, auch wenn der Diabetes auch hier im Auge behalten werden muss. Wir wünschen eine schöne Urlaubszeit!

Dies sind Tipps und Empfehlungen von Hr. Dr. Albrecht Dapp, Diabetologe und Facharzt für Innere Medizin aus Spaichingen in Baden Württemberg.

Diese Seite wurde das letzte Mal am: 29. Juni 2021 aktualisiert.

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